Christliche Pfadfinderschaft Deutschlands e.V.

 

 

 

Satzung

 

Satzung der Christlichen Pfadfinderschaft Deutschlands e. V. in der vom Bundesthing in St. Goarshausen am 27. – 28. April 1996 beschlossenen und vom Bundesthing in Birkenfelde am 6. – 7. November 1999, am 02. – 03. November 2002 und am 13. – 14. November 2004 geänderten Fassung.

 

§ 1 Name und Gliederung

I. Der Verein führt den Namen Christliche Pfadfinderschaft Deutschlands e.V. (CPD)

Der Verein hat seinen Sitz in St. Goarshausen.

Der Verein ist unter der Nr. 4065 in das Vereinsregister Koblenz eingetragen.

 

II. Die CPD gliedert sich als Gesamtverein in einzelne, selbstständige:

a) Landesmarken und Gaue (überörtliche Gruppierungen)

b) Stämme, Siedlungen und Neuanfänge/Meuten/ Jungmannschaften (örtliche Gruppen)

c) Kreuzpfadfinderringe

 

 

§ 2 Vereinszweck 

I. Die CPD ist ein Jugendbund, welcher junge Menschen in Zusammenarbeit mit den Eltern nach den Grundsätzen der internationalen Pfadfinderbewegung, den (im Anhang beigefügten) Grundsätzen von 1921 und 1962 und der Falkenhagener Erklärung von 1974 sowie ihrer gültigen Bundesordnung zu verantwortungsbewussten Christen und mündigen Bürgern eines freiheitlich-demokratischen Staates im Rahmen von Jugendlagern, -fahrten und -schulungen erzieht. Sie dient damit der Jugendpflege und -fürsorge.

 

II. Die CPD dient unmittelbar und ausschließlich gemeinnützigen Zwecken i. S. des Abschnitts „Steuerbegünstigte Zwecke“ der Abgabenordnung. Sie ist selbstlos tätig; ihr Zweck ist nicht auf eigenwirtschaftliche Zwecke gerichtet. Mittel der CPD dürfen nur für satzungsgemäße Zwecke verwendet werden; eine mittelbare und unmittelbare Unterstützung politischer Parteien ist ausgeschlossen. Die Mitglieder dürfen keine Zuwendungen in ihrer Eigenschaft als Mitglieder aus Mitteln der CPD erhalten. Ebenso dürfen keine Personen durch Ausgaben, die dem Zweck der CPD fremd sind, oder durch unverhältnismäßig hohe Vergütung begünstigt werden.

 

 

§ 3 Organe

Organe des Vereins sind:

  • das Bundesthing (Mitgliederversammlung)

  • die Bundesführung

  • die Bundesführerschaft

     

     

§ 4 Bundesthing (Mitgliederversammlung)

I. Das Bundesthing ist das oberste beschlussfassende Organ des Vereins und bestimmt die Grundsätze und Richtlinien der gemeinsamen Arbeit. Es tagt öffentlich. Ausschluss der Öffentlichkeit ist auf Antrag mit einfacher Mehrheit möglich.

 

II. Stimmberechtigt sind

a) die Bundesführung

b) die Landesmarkführer

c) die Gauführer oder die jeweiligen Stellvertreter

d) auf je angefangene 500 Mitglieder einer Landesmark oder eines bundesunmittelbaren Gaues je ein gewählter Delegierter.

Alle Stimmberechtigten müssen Kreuzpfadfinder sein; Ausnahmen hiervon können vom Thing jeweils genehmigt werden.

 

III. Das Bundesthing tritt mindestens einmal jährlich zusammen. Es wird von der Bundesführung schriftlich unter Bekanntgabe der vorläufigen Tagesordnung einberufen, und zwar

a) auf Beschluss der Bundesführung, oder

b) auf Beschluss der Bundesführerschaft, oder

c) auf Antrag eines Drittels der Stimmberechtigten nach Absatz II, oder

d) auf Antrag eines Landesmarkthings (Mitgliederversammlung einer Landesmark).

Die Ladungsfrist beträgt vier Wochen.

 

IV. Die Aufgaben des Bundesthings sind insbesondere:

a) Beschlüsse über Maßnahmen im Interesse des Vereins

b) Wahl der Bundesführung

c) Wahl von Kassenprüfern

d) Wahl von Bundesbeauftragten

e) Entlastung der Bundesführung

f) Entlastung der Bundesbeauftragten

g) Beschlüsse über Satzungsänderungen und Änderung der Bundesordnung

h) Entscheidung über die Auflösung des Vereins

 

V. Das Bundesthing wählt sich einen Thingleiter und einen Schriftführer.

 

VI. Das Bundesthing entscheidet grundsätzlich mit einfacher Mehrheit der anwesenden Stimmberechtigten. Einmütigkeit sollte angestrebt werden. Zweidrittelmehrheit ist erforderlich

a) zur Änderung der Satzung

b) zur Auflösung des Vereins.

Antrags- und Rederecht steht nur den stimmberechtigten Mitgliedern und den Bundesbeauftragten und deren Stellvertretern sowie den Stellvertretern der Bundesführung zu.

 

VII. Über das Bundesthing ist ein schriftliches Protokoll zu führen, in welchem die gefassten Beschlüsse und die Ergebnisse von Wahlen festzuhalten sind. Das Protokoll ist vom Thingleiter und dem Schriftführer zu unterschreiben.

 

§ 5 Bundesführung

I. Die Bundesführung vertritt den Verein nach innen und außen. Sie besteht aus zehn Mitgliedern, und zwar

a) dem Bundesführer (Vorsitzender),

b) den zwei stellvertretenden Bundesführern (stellv. Vorsitzende),

c) dem Bundesältesten,

d) dem Bundesakela (oder seinem Stellvertreter),

e) dem Bundesgeschäftsführer (oder seinem Stellvertreter),

f) dem Bundesschatzmeister (oder seinem Stellvertreter),

g) dem Bundesschulungswart (oder seinem Stellvertreter),

h) dem Hofsprecher (oder seinem Stellvertreter),

i) dem Schriftleiter der Bundeszeitung (oder seinem Stellvertreter).

 

Vorstand im Sinne des § 26 BGB sind

a) der Bundesführer,

b) die zwei stellvertretenden Bundesführer,

c) der Bundesgeschäftsführer,

d) der Bundesschatzmeister

mit der Maßgabe, dass jeweils zwei von ihnen gemeinschaftlich zur Vertretung berechtigt sind. Die Mitglieder der Bundesführung sind von der Haftung für einfache Fahrlässigkeit freigestellt.

 

II. Sämtliche Mitglieder der Bundesführung müssen volljährig und Kreuzpfadfinder sein.

 

III. Die Mitglieder der Bundesführung werden von dem Bundesthing einzeln für die Dauer von zwei Jahren gewählt und bleiben bis zur Neuwahl im Amt. Wiederwahl ist zulässig.

Eine Abwahl kann jederzeit – allerdings nur aus wichtigem Grund gem. § 27 Abs. II Satz 2 BGB – durch das Bundesthing mit einfacher Mehrheit erfolgen.

 

IV. Die Bundesführung grenzt ihre Ämter in gegenseitigem Einvernehmen gegeneinander ab und gibt sich ggf. eine Geschäftsordnung. Sie tritt nach Einberufung durch den Bundesführer (oder dessen Stellvertreter) unter dessen Leitung nach Bedarf, oder wenn ein Drittel ihrer Mitglieder es fordert, zusammen.

 

 

§ 6 Bundesführerschaft

I. Die Bundesführerschaft steht der Bundesführung beratend zur Seite und überwacht die Ausführung der Beschlüsse des Bundesthings.

 

II. Die Bundesführerschaft setzt sich zusammen aus:

a) den Mitgliedern der Bundesführung

b) den Landesmarkführern oder deren gewählten Stellvertretern

c) den Bundesbeauftragten und deren Stellvertretern sowie den gewählten Stellvertretern der Bundesführung

 

III. Die Bundesführerschaft tritt nach Bedarf unter der Leitung des Bundesführers oder eines seiner Stellvertreter zusammen. Sie wird von dem Bundesführer oder seinem Stellvertreter schriftlich unter Mitteilung der vorläufigen Tagesordnung einberufen, und zwar

a) auf Beschluss der Bundesführung

b) auf Antrag eines Landesmarkthings

c) auf Antrag des Things eines bundesunmittelbaren Gaues

 

IV. Aufgaben der Bundesführerschaft sind

a) Beschlussfassung über Vorhaben, Maßnahmen und Aktionen des Vereins im Rahmen des von dem Bundesthing beschlossenen Arbeitsplanes,

b) Überwachung der Verteilung der laut Haushaltsplan zugewiesenen Mittel durch die Bundesführung.

c) Wahl von Vertretern des Vereins in vereinsübergreifende Ausschüsse und Arbeitsgemeinschaften.

 

V. Die Bundesführerschaft kann sich eine Geschäftsordnung geben.

 

 

§ 7 Mitgliedschaft

I. Mitglied können Gruppen (Stämme, Siedlungen, Neuanfänge, Meuten, Jungmannschaften, Kreuzpfadfinderringe) oder Gruppierungen (Landesmarken, Gaue) gemäß ihrer gültigen Ordnung werden, wenn sie die Ziele der CPD i. S. d. § 2 dieser Satzung anerkennen und bereit sind, im Rahmen der gültigen Ordnungen der Christlichen Pfadfinderschaft Deutschlands mitzuarbeiten.

 

Natürliche Personen schließen sich i. d. R. einer Gruppe der CPD an (Gruppenmitglied). Natürliche Personen schließen sich einer Gruppierung als Mit glied an, wenn sie ausdrücklich nicht Mitglied einer Gruppe werden möchten (Einzelmitglied). Gruppen oder Gruppierungen führen dann ihrerseits die natürlichen Personen als Mitglieder ihrer Gruppe oder Gruppierung.

 

Natürliche Personen sind somit mittelbar Mitglied der CPD. Die Gruppen und Gruppierungen sind verpflichtet, zum Beginn eines jeden Jahres der Bundesführung der CPD ihre Mitglieder zu melden (Stärkemeldung, Näheres regelt die Beitragsordnung).

 

II. Der Aufnahmeantrag ist schriftlich zu stellen; er muss bei Minderjährigen von den gesetzlichen Vertretern unterzeichnet sein. Bei Gruppen und Gruppierungen entscheidet der Bundesführer nach Absprache mit seinen Stellvertretern über die Aufnahme. Bei natürlichen Personen, die Mitglied in einer Gruppe werden möchten, entscheidet die Führung der Gruppe allein.

 

Bei Einzelmitgliedern entscheidet der Bundesführer nach Absprache mit seinen Stellvertretern und dem verantwortlichen Landesmarkführer bzw. Gauführer über die Aufnahme, je nachdem, wo eine Person die Einzelmitgliedschaft beantragt.

 

III. Der Austritt einer Gruppe oder Gruppierung ist schriftlich mit dreimonatiger Kündigungsfrist zum Jahresende gegenüber der Bundesführung zu erklären. Die Mitgliedschaft einer natürlichen Person in der CPD endet mit ihrem Austritt aus einer Gruppe oder Gruppierung. Die Austrittserklärung ist zu richten an den Führer der jeweils zuständigen Gruppe oder Gruppierung.

 Die Mitgliedschaft endet sofort mit dem Tod eines Mitgliedes.

 

IV. Aus dem Verein kann ausgeschlossen werden, wer durch sein Auftreten und durch seine Haltung den Vereinsinteressen zuwiderhandelt oder auf andere Art und Weise das Ansehen des Vereins schädigt. 

Der Ausschluss einer Gruppe, Gruppierung oder einer natürlichen Person ist auf Antrag einer Gauführung, einer Landesmarkführung oder der Bundesführung durch einfachen Mehrheitsbeschluss des Bundesthings (Mitgliederversammlung) möglich. Vor dem Ausschluss ist dem betroffenen Mitglied bzw. der betroffenen Gruppe oder Gruppierung Gelegenheit zur Anhörung durch das Bundesthing zu geben.

 

V. Bei nicht erfolgter Beitragszahlung oder bei nicht erfolgter Stärkemeldung von Gruppen oder Gruppierungen bis zum Ende des laufenden Beitragsjahres entscheidet die Bundesführung in Absprache mit dem zuständigen Landesmarkführer bzw. Gauführer eines bundesunmittelbaren Gaues und dem Führer der betroffenen Gruppe über ein Erlöschen der Mitgliedschaft ohne Ausschluss.

Bei nicht erfolgter Beitragszahlung von Einzelmitgliedern erlischt die Mitgliedschaft automatisch ohne Ausschluss.

 

VI. Ein ausgeschiedenes oder ausgeschlossenes Mitglied hat keine Ansprüche an das Vereinsvermögen.

 

 

§ 8 Beitrag

Die Mitglieder haben jährlich einen im Voraus zu entrichtenden Mitgliedsbeitrag zu zahlen. Die Höhe des jeweiligen Jahresbeitrages bestimmt das Bundesthing. Näheres regelt die vom Bundesthing beschlossene Beitragsordnung.

 

 

§ 9 Geschäftsjahr, Rechnungslegung, Kassenprüfer

Geschäftsjahr ist das Kalenderjahr.

Der Schatzmeister hat die Bücher nach kaufmännischen Gesichtspunkten zu führen.

Die Kassenprüfer werden auf ein Jahr gewählt. Wiederwahl ist zulässig.

 

§ 10 Auflösung

Bei Auflösung des Vereins oder Wegfall des bisherigen Zwecks fällt das Vereinsvermögen nach erfolgter Liquidation im Einvernehmen mit dem zuständigen Finanzamt an eine steuerbegünstigte Körperschaft zwecks Verwendung für die Förderung der Jugendpflege und Jugendfürsorge. Die Entscheidung hierüber trifft das Bundesthing.

 Sofern das Bundesthing (Mitgliederversammlung) nichts anderes beschließt, werden die Mitglieder der Bundesführung zu Liquidatoren bestimmt. Ansprüche der Mitglieder an das Vereinsvermögen sind ausgeschlossen.

 

 

 

 

Anhang

 

 

 

Neudietendorfer Grundsätze (1921)

 

Wir wollen mit allen Kräften danach streben, Christen der Tat zu werden, an Gott gebunden, dem Nächsten zum Dienst.

 

Wir wollen Gottes Willen aus der Bibel kennen lernen und alles treulich nutzen, was uns in dieser Erkenntnis fördern kann.

 

Wir wollen mit allen Brüdern im christlichen Jugendwerk treue Kameradschaft halten.

 

Wir wollen uns üben in allen Fertigkeiten, die Leib und Geist fördern, und dadurch allzeit bereit sein, unseren Mitmenschen zu helfen.

 

Wir wollen in frei gewählter Zucht uns verbinden, unseren Führern gehorchen, treu zueinander halten und überall daran denken, dass wir christliche Pfadfinder sind.

 

Wir wollen streben, mit Gottes Hilfe Herr über uns zu werden, in höflichem, ritterlichem, fröhlichem Wesen unsere Freude suchen, in Gedanken Wort und Tat alles Unreine meiden.

 

Wir wollen uns helfen, über schlechte Launen und Gewohnheiten, über alle Trägheit und Unwahrhaftigkeit hinwegzukommen.

Wir wollen lernen, auch Andersdenkende zu verstehen, und Lieblosigkeit und Ungerechtigkeit in uns und um uns bekämpfen.

Wir wollen lernen, über alle Unterschiede des Lebens hinweg den wahren Wert des Menschen zu erkennen, und uns von gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Vorurteilen freimachen.

Wir wollen Tiere und Pflanzen liebevoll betrachten und verstehen lernen und aller Rohheit mannhaft entgegentreten.

Wir wollen die Liebe zu Heimat und Volkstum pflegen, von allem volksverhetzenden Treiben uns fern halten und danach trachten, treue, tatbereite Bürger unseres Landes zu werden.

 

Wir wollen Frohsinn uns bewahren und Sonne und Liebe auch um uns her verbreiten.

 

Wir wollen mitwirken im Jugendkampf gegen Schmutz und Schund, gegen Volkslaster und Unzucht. Wir wollen darum bei allen unseren Veranstaltungen uns des Alkohols und Rauchens enthalten und unermüdlich aufklären helfen über die volksverwüstenden Gefahren von Alkohol und Nikotin, mit dem Ziel, möglichst viele zum bewussten Kampf gegen diese Volksverderber zu führen.

 

Wir wollen für den Gedanken des christlichen Pfadfindertums unter der Jugend um uns her unermüdlich werben.

 

Wir wollen das Pfadfinderkreuz tragen als ein Zeichen der Verbundenheit, als Mahner zu treuem Wandel, als Bekenntnis zu unserem Herrn.

 

 

Grundsätze von Rieneck (1962)

 

In der Gemeinschaft der Kirche bekennen wir Jesus Christus, der durch die Schrift bezeugt und auch in Wort und Sakrament gegenwärtig ist.

 

Deshalb nehmen wir teil an Gottesdienst und Abendmahl, bemühen uns um vertieftes Verstehen der Bibel und der Aussagen des christlichen Glaubens und um das persönliche und gemeinsame Gebet. Dies alles geschieht in Ausrichtung auf die Ökumene.

 

Der Glaube an Jesus Christus befreit uns von den versklavenden Mächten dieser Welt zu einem Leben, das für den Anspruch Gottes offen ist.

 

Darum lehnen wir alle Formen ideologischer Bindung ab und wollen sachlich und nüchtern denken und handeln.

 

Der Anspruch Gottes bindet uns an den Nächsten und fordert unsere Antwort durch Mitarbeit in Kirche, Staat und Gesellschaft.

 

Das verpflichtet uns zur Übernahme von Diensten und zu persönlichem Einsatz im Leben unserer Kirchengemeinden. Wir bejahen die demokratische Ordnung in Staat und Gesellschaft und sind deshalb zur Mitgestaltung und Mitverantwortung darin bereit. Wir bemühen uns um das Verständnis der anderen Völker.

 

In der Gemeinschaft des Bundes üben und helfen wir uns, diese Aufgabe einzeln und miteinander wahrzunehmen und uns auf sie vorzubereiten. Einordnung, Selbstdisziplin und Maßhalten machen uns dazu bereit.

 

Dabei sind die Ordnungen und Formen christlichen Pfadfindertums für uns verbindlich.

 

Die Begegnung mit Jesus Christus gibt uns Freude an den Schöpfergaben Gottes.

 

Von daher kommen wir zur Entfaltung und Bewährung unseres Menschseins in Natur, Technik und Kultur und zur Bewahrung der Schöpfung.

 

 

Falkenhagener Erklärung (1974)

 

1. Grundsätze

Die „Grundsätze von 1962“ werden beibehalten. Sie sind Wegweiser und Richtschnur für die Arbeit der Christlichen Pfadfinderschaft. Die Umsetzung dieser Grundsätze auf allen Arbeitsebenen erscheint angesichts der mit großer Sorge festgestellten Verkürzung des Evangeliums in einigen Bereichen der Kirche von besonderer Notwendigkeit.

 

2. Pfadfindertum

Als wesentliche Merkmale des Pfadfindertums gelten:

a) Die kleine Gruppe

b) Das Spiel oder die Einheit von Theorie und Praxis

c) Das Leben in der freien Natur

d) Selbsterziehung sowie die Übernahme von Verantwortung durch jeden Einzelnen

e) Pfadfindertechniken und verbindliche Regeln (wie Gesetz und Versprechen)

f) Die verantwortliche persönliche Führung Die Proben werden in den jeweiligen Altersstufen/Ständen beibehalten.

 

3. Politik

Die Christliche Pfadfinderschaft ist als Organisation in allen Altersstufen parteipolitisch neutral.

 

Darum ist eine parteipolitische Agitation in den Gruppen abzulehnen, um eine parteipolitische Manipulation Minderjähriger zu verhindern. In gleicher Weise wird die Teilnahme an parteipolitischen Veranstaltungen in Tracht abgelehnt. Stellungnahmen, Resolutionen und Verlautbarungen parteipolitischer Art dürfen immer nur im Namen des jeweiligen Unterzeichners und nicht im Namen von Gruppen und Gliederungen abgegeben werden. Führer und Führerinnen sollen sich um ihrer pädagogischen Funktion willen einer angemessen Zurückhaltung bedienen.

 

4. Kreuzpfadfinder

Der Kreuzpfadfinderstand ist neu einzuordnen und bedarf einer Festigung. Der Stand „Kreuzpfadfinder“ ist kein Titel, keine Würde und keine Verdienstbescheinigung. Vielmehr ist er der Weg, den der Einzelne unter dem Wort Gottes gehen soll. Eine Polarisation zwischen Älterenbund und Jungenbund ist abzulehnen; vielmehr haben Jugendgruppen und Kreuzpfadfinder durch gegenseitige Annäherung auf einen Bund hinzuarbeiten, in welchem die einzelnen Stände ihre Aufgaben in der Gemeinschaft des Bundes erfüllen.

 

Die Verwirklichung der Kreuzpfadfinderaufgabe hat wie folgt zu geschehen:

a) Kreuzpfadfindertum ist die Umsetzung der „Grundsätze von 1962“ auf die Arbeitsebene der Erwachsenen.

b) Kreuzpfadfinder werden nur von Kreuzpfadfindern aufgenommen. Über ihre Ordnungen und Arbeit beschließen die entsprechenden Kreuzpfadfindergremien.

c) Eine wesentliche Aufgabe der Kreuzpfadfinder ist auch die Reflexion von Jugendarbeit und die stetige kritische Hinterfragung christlicher Pfadfinderpraxis von Erfahrung und Geschichte der Christlichen Pfadfinderschaft her.